Beitrag im Band 2 „Seemannsschicksale“

Maritime books in German language: fates of international sailors - englisch-text ?

Los libros marítimos en el idioma alemán: los destinos de marineros internacionales - el texto del español ?

Livros marítimos em idioma alemão: destinos de marinheiros internacionais - texto de portugês ?


Seemann aus Leidenschaft

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Band 2

Ein Band aus der gelben "Zeitzeugen-des-Alltags"-Buchreihe von Jürgen Ruszkowski

erschienen im September 2000:

Lebensläufe und Erlebnisberichte von Fahrensleuten

aus jüngerer Geschichte und Gegenwart 

aufgezeichnet bzw. gesammelt und herausgegeben von Jürgen Ruszkowski    

 

kartoniert: 280 Seiten 

Diese Bücher können Sie für je 12 € direkt bei mir bestellen: Kontakt


Die Bücher sind zu je  12,00 €  Euro  im Buchhandel, oder ( in Deutschland portofrei  -  uslandsporto: ab 3,00 €) direkt beim Herausgeber zu beziehen:

 Leserreaktionen


Inhalt:

Vorwort zum zweiten Band

Von 1970 bis 1997 leitete ich das größte Seemannsheim in Deutschland am Krayenkamp am Fuße der Hamburger Michaeliskirche, ein 140-Betten-Hotel für Fahrensleute.  Dabei lernte ich Tausende Seeleute aus aller Welt kennen. 

Im Februar 1992 entschloss ich mich, meine Erlebnisse mit den Seeleuten und deren Berichte aus ihrem Leben in einem Buch zusammenzutragen.

In der deutschen Seefahrt waren in ihrer Blütezeit und der der Seemannsmission vor Ausbruch des ersten Weltkrieges etwa 100.000 Menschen beschäftigt.  Weitere 20.000 deutsche Seeleute arbeiteten unter fremden Flaggen.  Davon sind heute noch etwa 10 % verblieben.

Die Technik hat die Welt an Bord der Schiffe in den letzten drei Jahrzehnten revolutioniert.  Durch den Container und die Mikroelektronik wurden an Bord mindestens so große Veränderungen und Umwälzungen hervorgerufen, wie beim Übergang vom Segel- zum Dampfschiff.  Die Hafenliegezeiten reduzierten sich drastisch.  Landgang in fremden Häfen wurde immer kürzer und seltener möglich.  Die Zahl der Besatzungsmitglieder eines großen Überseefrachters sank in den letzten Jahrzehnten von 40 über 20 auf 12 Mann.  Das ferngesteuerte unbemannte Überseeschiff ist nicht nur denkbar, sondern wurde bereits getestet.  Dennoch ist es kaum vorstellbar, dass in Zukunft unbemannte Schiffe den Seemann völlig überflüssig machen.

Obwohl im letzten Vierteljahrhundert Zehntausende deutscher Seeleute freigesetzt wurden und in Landberufe abwandern mussten, ist die Seefahrt ohne die Menschen an Bord nicht zu denken.  Langlebige Vorurteile in der Gesellschaft gegenüber den Seeleuten treffen heute nach meinen jahrzehntelangen Erfahrungen nur noch sehr eingeschränkt zu.  Wer in unserer Zeit in der Seefahrt beruflich bestehen will, muss fachlich qualifiziert, aus bestem Edelholz geschnitzt und sehr anpassungs- und widerstandsfähig sein. 

Die Seefahrt brachte in Jahrhunderten eine eigene Kultur hervor.  Sie droht mit dem Einzug der Hochtechnologie und des Containers an Bord auszusterben.  Träger dieser Kultur sind Menschen.  Menschen, die in den letzten Jahrzehnten in der Seefahrt arbeiteten, die in weit geringerer Anzahl noch heute an Bord tätig sind, die mir im Seemannsheim begegneten, habe ich in dem ersten Band „Seemannsschicksale“ in kurzen, aber aufschlussreichen Portraits und Lebensläufen vorgestellt:  Wie kamen sie zur Seefahrt?  Was haben sie an Bord und in den Häfen der Welt erlebt?  Wie geht es ihnen heute?  Welche Perspektiven sehen sie für sich und für den Beruf des Seemanns?  Das Schicksal dieser Menschen soll nicht in Vergessenheit geraten.  Bei den Interviews mit den Seeleuten hatte ich gemerkt, dass mir altbekannte Gäste des Seemannsheimes durch die intensiven Gespräche erst richtig vertraut wurden. 

Das Projekt brachte mir viel Freude, forderte aber auch viel Zeit und Kraft.  Ein Verlag zeigte sich interessiert, scheute dann jedoch das Risiko.  So habe ich das Buch im Eigenverlag vertrieben.  Die erste Auflage erschien unter dem Titel: „Seemannslos - heimatlos“, eine erweiterte als „Seemanns-Schicksale“.  Insgesamt brachte ich bisher über 2.500 Exemplare an interessierte Leser. 

Ich erhielt viele Reaktionen zu meinem Buch.

Ein Schifffahrts-Fachjournalist:

„...heute kam Ihr Buch per Post an - und ich habe es gleich in einem Rutsch komplett durchgelesen.  Einfach toll!  In der Sprache des Seemannes, abenteuerlich und engagiert.  Stories von der Backschaftskiste und voll von Lebenslust, Leid und Tragik.  Dieses Buch sollte man den Politikern und Reedern um die Ohren klatschen.  Menschenschicksale voll von Hochs und Tiefs.  Ich hoffe, dass das Buch eine große Verbreitung findet und mit Vorurteilen aufräumt.  Da ich in der Schifffahrts-Journalistikbranche ganz gut engagiert bin, ...werde ich gerne dazu beitragen, dass Ihr Buch eine große Verbreitung findet... Ich bestelle hiermit noch fünf weitere Exemplare... Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit dem Buch, - das wirklich Seinesgleichen sucht...“  

Die Sekretärin eines Bundestagsabgeordneten schrieb:

„...Herrn Tietjen hat das Buch ... so gut gefallen, dass er es gerne weiterverschenken möchte und zu diesem Zweck noch einmal 10 Exemplare bestellt...“

Seeleute schrieben mir: „...bei einem Bekannten in Husum sah ich das von Ihnen herausgegebene Buch... Ich las kurz darin und fand es sehr interessant.  Ich bin selbst weit über 20 Jahre in der Ex-DDR zur See gefahren...“  oder   „...möchte Ihnen zu Ihrem Buch gratulieren ... fahre seit 1960 zur See, seit 18 Jahren als Kapitän bei einer namhaften Reederei.  Habe in meiner Sturm- und Drangzeit selbst mal bei Ihnen gewohnt.  Drei der von Ihnen beschriebenen Personen sind mir persönlich bekannt ... Ein Buch, das die Seeleute der 60/70 Jahre treffend beschreibt.“

Die Reaktionen auf den ersten Band und die Nachfrage ermutigen mich, in diesem zweiten Band weitere Menschen vorzustellen, die einige Wochen, Jahre oder ihr ganzes Leben der Seefahrt verschrieben haben.

Ein Kapitän hat jahrelang Tagebuch geführt.  Er benutzte dieses als Quelle für seine Memoiren, die er mir zur Verfügung stellte.  Ich redigierte und veröffentlichte sie als weiteren Band in der Reihe „Seemannsschicksale“.  Auch dieses Buch „Ein Leben auf See  stieß auf reges Interesse und der Verband deutscher Kapitäne und Schiffsoffiziere in Hamburg ermutigte mich mit der Meinung, diese Reihe „Seemannsschicksale“ sollte unbedingt fortgesetzt werden.

Allen, die an diesen Portraitsammlungen mitgewirkt haben, mir aus Ihrem Leben erzählten, von ihren Fahrten berichteten, sich mit der Veröffentlichung einverstanden erklärten, mir Bildmaterial zur Verfügung stellten - allen sei herzlich gedankt!

Ein besonderer Dank gilt Herrn Jochen Esdohr (†) aus Magdala für das Korrekturlesen.

Hamburg, im September 2000                           Jürgen Ruszkowski


Ein hochinteressantes Seemannsleben vor über hundert Jahren -  

Kapitän Johannes Hubert             auf Bild klicken


Vom Schiffsjungen zum Funkoffizier  

war jahrelang in der Fischerei tätig

Funker Hans Wölbing  

 im Internet bei Ex-Funker Heinrich Busch  entdeckt:    Funkoffizier  ...    


Ein alter Seemann kann...

Koch Günter Detmer  

aufgezeichnet von Jürgen Ruszkowski

el texto del español


Von Stettin nach Kolumbien 

Nautischer Offizier Helmut Laedtke

el texto del español


Zweiter Ingenieur auch ohne Patent

Storekeeper Peter Amtmann   

aufgezeichnet von Jürgen Ruszkowski          

Der grundsolide Storekeeper 


Seemann aus Leidenschaft  

Kapitän Klaus Dieter Lefs     

el texto del español   texto de português   in English


Ein fleißiger Matrose aus Spanien 

Matrose o.B. Pablo Fernandez Molanes - aufgezeichnet von Jürgen Ruszkowski

Pablo Fernandez Molanes Jahrgang 1949 aus der Atlantik-Küstenstadt Cangas de Morasso in Galicien im Nordwesten Spaniens


Messesteward auf Zeit   

Steward Rainer Kluge  verstorben


Der fleißige kleine Steward aus Malaga

Steward José Maria Sedeno Martin    

el texto del español 

aufgezeichnet von Jürgen Ruszkowski

   Steward aus Malaga


Von Schiffselektriker zum Börsenguru 

Elektriker Günter Grede      

aufgezeichnet von Jürgen Ruszkowski

Günter Grede wurde im November 1945 in Hessisch-Lichtenau, etwa 25 km von Kassel entfernt, geboren.  Er wuchs in geordneten Familienverhältnissen auf.  Eine Schwester und ein Bruder leben noch in Hessen.  Ein weiterer Bruder verstarb vor etlichen Jahren bei einem Verkehrsunfall.  Günter machte nach neun Schuljahren seinen Hauptschulabschluss und absolvierte anschließend eine Berufsausbildung zum Elektromaschinenbauer im Aufzugsbau bei der Firma Hevelmeier & Sander in Kassel.  Bis zu seiner Gesellenprüfung blieb er im Elternhaus.  Anschließend nahm er in Frankfurt am Main eine Arbeitstelle bei einer  Gasgeräte- und Heizungsgesellschaft an, bei der er Steuerungsgeräte für Gasheizungen zu installieren hatte. 

„Als ich im Jahr 1971 eines Tages durch Frankfurts Straßen spazieren ging, hörte ich, wie jemand meinen Namen „Günter“ rief.  Erst reagierte ich gar nicht.  Dann wurde mein Name noch einmal gerufen.  Ich drehte mich um und stellte fest, dass ein ehemaliger Kollege, mit dem ich zusammen die Berufsschule besucht hatte, nach mir rief.  Wir gingen zusammen in eine Kneipe und erzählen uns, wie es uns seit der Schulzeit ergangen war.  Er berichtete mir, er habe zur Zeit drei Monate Urlaub.  Das kam mir reichlich komisch vor.  Wer hat schon drei Monate Urlauf an einem Stück.  Ich erfuhr von ihm, er fahre zur See und da sei es üblich, die durchgearbeiteten Wochenenden und Überstunden durch entsprechend langen Urlaub ausgeglichen zu bekommen.  Er meinte, das könne ich auch haben.  Elektriker suche man in der Seefahrt immer.  So kündigte ich meinen Job in Frankfurt und fuhr nach Hamburg, wo ich mich im „Weißen Haus“, dem damaligen „Hamburger Seemannshaus“ in der Seewartrenstraße einmietete.  Ich lief durch den Hafen und schaute mir die dort liegenden Schiffe an. 

Es dauerte kaum zwei Wochen, da hatte ich meinen ersten Heuervertrag bei der Hamburg-Süd in der Tasche.  Auf meine dortige telefonische Anfrage hieß es: Kommen Sie mal mit allen Ihren Papieren vorbei, dann sehen wir weiter.  Die Hamburg-Süd hatte damals schon drei moderne Containerschiffe mit Turbinenanlage unter Dampf.  Eines war die „Columbus Australia“, auf der ich sechs Monate als Elektriker-Assistent in Richtung Neuseeland tätig war.  Ich hatte dabei viel Gelegenheit zum Landgang.  Daher gab ich auch fast die gesamte Heuer unterwegs aus, so dass ich mich nach der Rückkehr bald wieder um ein neues Schiff bemühte.  Bei der Hamburg-Süd wollte ich nicht länger bleiben.  Diese Reederei war für mich ein „Staat im Staate“, wo es mir nicht so recht gefiel.  Ich fuhr für kurze Zeit nach Hause und fand anschließend einen neuen Job bei der Firma Chemikalien Seetransport.  Es war seinerzeit ja überhaupt nicht schwierig, schnell wieder eine neue Arbeit an Bord eines Schiffes zu finden. 

Mein neues Schiff, die unter Kuwait-Flagge fahrende „Alfondas“, ein 280.000-Tonnen-Tanker, lag in Rotterdam in der Werft, als ich einstieg.  Ich blieb zunächst fünf Monate an Bord, die ersten vier als Assi, den letzten als voll bezahlter Elektriker, machte dann Urlaub und arbeitete anschließend noch einmal sieben Monate auf diesem Schiff, auf dem ich damals ein Schweinegeld verdiente.  Da lebte ich nach dem Motto: Was kostet die Welt?!  Allerdings habe ich mein Geld nicht auf der Reeperbahn durchgebracht, wie mancher Seemann damals, sondern habe mir davon Urlaubsreisen nach Asien und Südamerika geleistet.  Ein halbes Jahr hielt ich mich in Thailand und Malaysia auf.“  Günter zeigt stolz ein Sparbuch einer Thailändischen Bank aus jener Zeit: „Das musste ich mir zulegen, weil ich ein Banksafe für meine Reisekasse benötigte, was mir die Bank nur bereitstellen wollte, wenn ich ein Sparkonto eröffnen würde.  Wenn ich mal wieder nach Thailand kommen sollte, kann ich mit Zins und Zinseszins sicherlich an die 40.000 Bath (das sind etwa tausend Dollar) abheben.“

Nach dieser Zeit fuhr Günter zehn Monate lang als Elektriker bei der Firma Einbcke unter Liberia-Flagge auf der „Neptunia“ .  Die Heuer des Elektrikers entsprach der eines zweiten Ingenieurs.  Auf dieser Reise gab es kaum Gelegenheit zum Geldausgeben, so dass er sich anschließend von den etwa 30.000 DM Ersparnissen ein Auto, einen Schirokko, kaufte, was er jedoch kurze Zeit später für eine Fehlentscheidung hielt, weil er das Auto als Seemann kaum nutzen konnte.

Bei einem Urlaubsaufenthalt in Brasilien besuchte er die von Deutschstämmigen bewohnte Stadt Blumenau, wo er sich in einer Pension einmietete.  „Dort lernte ich auch meine italienstämmige Ex-Frau kennen, die einigermaßen gut deutsch sprach.  Ein Jahr später heiratete ich sie.  Wir haben einen gemeinsamen Sohn und eine Tochter.“  Man lebte zusammen in Balneario Camboriu.  Von dort aus verdingte sich Günter erneut in der Seefahrt bei der Firma Chemikalien-Seetransport als Schiffselektromechaniker und später bei der Firma Harms Bergung auf einem Schwimmkran. 

„Ich habe mal bei einem Arbeitsamtsvermittler privat einige Elektrikerarbeiten gemacht.  Dadurch hatte ich bei dem ein Stein im Brett und konnte mir anschließend immer einige „Rosinen“ aus seiner Angebotspalette herauspicken.  Ich verdiente bei Harms viel Geld und hatte dazu noch alle sozialversicherungsrechtlichen Absicherungen.  Der Chef hätte lieber einen Ingenieur eingestellt, aber der Prokurist wollte mich haben und konnte seinen Chef schließlich davon überzeugen, dass ich als in der Seefahrt erfahrener Praktiker das Improvisieren gelernt habe und daher für den Job geeigneter sei.  So war ich drei Jahre lang von 1977 bis 1980 in Dschidda an der saudischen Rotmeerküste für die Wartung eines den Saudis gehörenden Schwimmkrans verantwortlich.  Der Vertrag wurde für drei Jahre geschlossen.  Jeweils nach vier Monaten erhielt ich zwei Monate Urlaub, in denen ich zu meiner Familie nach Brasilien flog.  Nach Ablauf der drei Jahre verbrachte ich einen längeren Urlaub in Brasilien. 

Auf dem Schwimmkran in Dschidda hatte ich in Gesprächen zwischen Kollegen von guten Verdienstmöglichkeiten bei der Baufirma Holzmann gehört, die auf überseeischen Montageplätzen Fachleute suchte.  Für solche Mitteilungen hatte ich immer lange Ohren und speicherte das Gehörte für später ab.  Nach meiner Rückkehr aus Brasilien nach Deutschland fragte ich telefonisch bei Holzmann nach, ob sich auch für mich so ein Job böte.  Was ich zu hören bekam, klang verlockend: Ich sollte sofort mit allen Papieren vorbeikommen und auch gleich einen gültigen Pass dabeihaben!  Letzteres klang besonders aktuell.  Man suchte sofort jemanden für eine Baustelle in Nigeria.  Im Seemannsheim in Hamburg, wo ich zu der Zeit wohnte, hatte ich einem Kollege davon erzählt, der sich dann auch erfolgreich beworben hatte.  Nach zwei Monaten flog ich bereits mit einem Vertrag als Elektriker und Schlosser nach Port Harcourt.  Auf einer Riesenbarge mit Wohncontainern hatte ich die Elekto- und Wasserleitungen zu installieren und zu warten.  Der von mir empfohlene Kollege aus dem Seemannsheim entpuppte sich leider sehr bald als unbrauchbarer Alkoholiker und musste wieder nach Hamburg zurückgeschickt werden, weil er morgens nicht pünktlich aus der Koje kam und auch während er Arbeitszeit soff.  Ich blieb zunächst für fünf Monate. 

Als ich in Urlaub flog, fragte man mich gleich, ob ich nicht wiederkommen wolle und bot mir einen Vertrag für weitere 36 Monate an.  Aber etwas später mußte Holzmann die Arbeiten einstellen, weil wegen einer in Nigeria ausgebrochenen politischen Revolution neue ungünstigere Geschäftsbedingungen eingetreten waren.  Nach meiner Rückkehr nach Hamburg wurde ich drei Monate lang auf einer Holzmann-Baustelle im Kielkanal beschäftigt.  Von dem mir zustehenden längeren Urlaub nutzte ich nur eine Woche für mich und stieg für die Zeit des Resturlaubs für eine Reise von Malaga bis Dubei auf einem Schiff bei Seetrans ein, bekam vom dortigen Kapitän jedoch „einen Sack“, weil ich dem Chief im Streit voll Zorn einen Aschenbecher ins Kreuz geworfen hatte.  Bei meiner Rückkehr nach Hamburg fragte man mich bei Holzmann sofort ganz aufgeregt, wo ich denn gewesen sei, man habe schon nach Brasilien nach mir telefoniert.  Man brauchte mich auf einer Baustelle im Irak.  Zwei Wochen später flog ich schon dorthin und blieb dort von 1982 bis 1986 zur Zeit des Krieges zwischen dem Irak und Iran. Von dem Krieg bekamen wir jedoch nur aus der Ferne etwas mit.  Die Russen hatten den Iranern in einer Studie schmackhaft gemacht, einen versalzten Landstrich durch Ausschwemmung des Salzes aus dem Boden urbar machen zu können.  Dafür bekamen deutsche und niederländische Firmen den Zuschlag.  In einem breiten Kanal von 173 km Länge hatte ich zusammen mit einem Elektiker-Kollegen drei Schwimmbagger zu warten.  Wir lösten uns gegenseitig ab: Einen Monat arbeiteten wir gemeinsam, dann flog jeder von uns jeweils für je einen Monat in Urlaub.

Nach Ende des Vertrags ging ich in Hamburg zum Arbeitsamt, um mich arbeitslos zu melden.  Man bot mir jedoch sofort einen neuen Job bei der Firma Chemikalien Seetransport an, wo ich ja schon einmal tätig gewesen war.  Da dort nichts Negatives gegen mich vorlag, wurde ich auch sofort wieder eingestellt.  Zwei Jahre fuhr ich bei CST unter nichtdeutscher Flagge, hatte dann einen Arbeitsunfall und anschließend bei der selben Firma noch einmal acht Jahre lang Schiffe unter deutscher Flagge.  Anlässlich der Ausflaggung der deutschen Schiffe erhielt ich 1996 für meine zehnjährige Betriebszugehörigkeit eine Abfindung in Höhe von 36.000,- DM.

Danach arbeitete ich noch zwei Jahre lang auf zwei Schiffen der in Hamburg am Vorsetzen 50 ansässigen Firma Maritim Carrier Shipping.  Auf der „Grey Fox“ war ich inklusive Werftzeit in Schanghai zunächst fünf Monate tätig, ging dann für fast sieben Monate vom 21.11.1998 bis zum 8.6.1999 auf die „Purple Beach“ und dann noch einmal bis zum 20.9.1999 auf die „Grey Fox“.  Das war mein letztes Schiff.  Bis zum August 2000 habe ich noch Anspruch auf Urlaubsentgelt.  Dann endet meine Seefahrt.  Hoffnung auf neue Jobs habe ich nicht mehr.  Ehrlich gesagt, bin ich auch nicht mehr so scharf auf die Arbeit auf See.  Ich rechne für mich mit einem Arbeitslosengeld von etwa 2.400,- DM.  Davon werde ich zunächst ganz gut leben können.“

Günter wohnt seit Jahren während seiner Hamburg-Aufenthalte im Seemannsheim am Krayenkamp.  Dort bewohnt der Vierundfünfzigjährige jetzt ein kleines Zimmer, in dem er neben Bett, Schrank und Kühlschrank sein Börsen-Büro eingerichtet hat:  „Seit Oktober 1999 spekuliere ich mit Aktien und bin erstaunt, wie viel Geld man damit machen kann.  Ich habe in den fünf Monaten schon 44.000,- DM verdient.  Manche Aktien verdoppeln ihren Wert innerhalb kurzer Zeit.  Den Verkaufsgewinn lege ich immer sofort wieder an.“  An einer Wandkonsole hängt sein Fernsehgerät, dessen Bildschirmtext ihm die neuesten Tageskurse offenbaren.  Via Computer und Modem ist er ständig im Internet unterwegs, verfolgt die Empfehlungen der Analysten und einige Börsenwerte stündlich und ordert seine Käufe und Verkäufe online per Direktbank in Österreich per Mausklick oder per Fax.  „Im Nachhinein ist man ja immer klüger.  Wenn ich öfter mehr Geduld zum Abwarten gehabt hätte, hätte ich noch viel mehr verdienen können, denn manche Werte, die ich verkaufte, weil sie mir ausgereizt schienen, stiegen anschließend noch kräftig weiter.“  Mit dem Eifer eines Spielers ist er bei der Sache und es müsste ihn schon ein Börsencrash treffen, ehe er sich der Faszination dieser für ihn neuen und glitzernden Welt wieder abwenden würde.

Inzwischen hat er aber eingesehen, dass er es ohne praktische Arbeit nicht aushält: „Ich habe mich um die Stelle eines Hausmeisters einer großen Wohnanlage beworben.  Die wollten speziell einen Elektriker einstellen.  Ich brauche eine sinnvolle Aufgabe.  Das Aktiengeschäft kann ich in der Freizeit nebenher betreiben.  Aber der Verdienst muss schon so sein, dass ich mehr habe, als mein jetzt gutes Arbeitslosengeld!“


Chief  

auf Versorgern, Schleppern und Containerschiffen

Maschinist Klaus Reek  

aufgezeichnet von Jürgen Ruszkowski


Seemännischer Weg zur Wasserschutzpolizei  

Kapitän Kay Andersen   


Vom Decksjungen zum Matrosen

Heinz-Jürgen Zeidler  

aufgezeichnet von Jürgen Ruszkowski

Trimmer - Heizer - Assi - Maschinist 

auf Frachtdampfern, Tankern, Bananenjägern, See- und Hafenschleppern

Manfred Schlaugk    

aufgezeichnet von Jürgen Ruszkowski


Vom Kesselwärter zum Sportskipper

Werner Lösekow     

aufgezeichnet von Jürgen Ruszkowski


Vom Kriegswaisen zum Matrosen auf Großer Fahrt

Dieter Hahn   10 Seiten  

2. Beitrag: Kapitän Dieter Hahn im Band 3

                      auf Bild klicken


Seemännische Fachausdrücke und Umgangssprache  

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Hier lesen Sie Reaktionen von Lesern auf die Bücher 

Band 4: "Seemannsschicksale unter Segeln und mit Dampf"    

Die Seefahrt unserer Urgroßväter im 19. Jahrhundert   

Lebensläufe mehrerer Kapitäne

hier erfahren Sie alles über den Band 5 

in der Reihe "Seemannsschicksale":

Ein Leben auf See   -  Die Memoiren des Capt. E. Feith        


Maritime books in German language:  fates of international sailors

Los libros marítimos en el idioma alemán: los destinos de marineros internacionales:

zu meiner maritimen Bücher-Seite

 Bücher in der gelben Buchreihe" Zeitzeugen des Alltags" von Jürgen Ruszkowski:

Seemannsschicksale

Band 1

Begegnungen im Seemannsheim   ca. 60  Lebensläufe und Erlebnisberichte von Fahrensleuten aus aller Welt

Band_1 

  Bestellung

Seemannsschicksale

Band 2

Band_2_bei_freenet.de 

 Lebensläufe und Erlebnisberichte von Fahrensleuten,      als Rentner-Hobby  aufgezeichnet bzw. gesammelt  und herausgegeben von  Jürgen Ruszkowski

Bestellungen  

Seemannsschicksale

  Band 3

Band_3_bei_freenet.de 

Lebensläufe und Erlebnisberichte von Fahrensleuten

Bestellungen  

Band 4 - Edition 2004

Seemannsschicksale unter Segeln 

Die Seefahrt unserer Urgroßväter im 19. Jahrhundert und am Anfang des 20. Jahrhunderts  -   neu überarbeitet!

Bestellungen  

Band 5

 

Capt. E. Feith's Memoiren: 

Ein Leben auf See amüsant und spannend wird über das Leben an Bord vom Moses bis zum Matrosen vor dem Mast in den 1950/60er Jahren, als Nautiker hinter dem Mast in den 1970/90er Jahren berichtet    

Bestellungen  

Ich hoffe noch auf einen weiteren Band von

Capt. E. Feith

:

Band 6 ist in Arbeit:

Seemannsschicksale Band 6 in der gelben Buchreihe "Zeitzeugen des Alltags"

 

 

Master next God

Band 7   in der Reihe Seemannsschicksale:

Dirk Dietrich:

Auf See

ISBN 3-9808105-4-2

Dietrich's Verlag

Band 7 = 12,80 € 

  Bestellungen 

Band 8

Maritta & Peter Noak

auf Schiffen der DSR

ISBN 3-937413-04-9 

Dietrich's Verlag

Bestellungen 

Band 9

Rainer Gessmann

Endstation Tokyo

Die abenteuerliche Karriere eines einfachen Seemannes  

Endstation Tokyo

  Bestellungen 

Band 10

Autobiographie des Webmasters

Rückblicke:   27 Jahre Himmelslotse  im Seemannsheim  ganz persönliche Erinnerungen an das Werden und Wirken eines Diakons

Bestellungen  

Band 11

Genossen der Barmherzigkeit

  Diakone des Rauhen Hauses 

Diakonenportraits

Bestellungen  

Band 12:  

Autobiographie: 

Diakon Karlheinz Franke 

Bestellungen  

Band 13:  

Autobiographie: 

 Diakon Hugo Wietholz

Bestellungen 

Band 14

Conrad H. v. Sengbusch

Jahrgang '36

Werft, Schiffe, Seeleute, Funkbuden 

Jugend in den "goldenen 1959er Jahren"

Lehre als Schiffselektriker in Cuxhaven

Bestellungen

Band 15:

Wir zahlten für Hitlers Hybris

mit Zeitzeugenberichten aus   1945 über Bombenkrieg, Flucht, Vertreibung, Zwangsarbeit und Gefangenschaft. 

Ixlibris-Rezension

Bestellungen  

Band 16

Lothar Stephan

Ein bewegtes Leben - in den Diensten der DDR - zuletzt als Oberst der NVA

  ISBN 3-9808105-8-5  

  Dietrich's-Verlag   

8,90 €

Bestellungen  

Band 17

Als Schiffskoch weltweit unterwegs

Schiffskoch Ernst Richter

Bestellungen

Band 18

Seemannsschicksale

 aus Ostfriesland 

 und Fortsetzung Schiffskoch Ernst Richter auf Schleppern

Bestellungen

Band 19

ein Seemannsschicksal:

Uwe Heins

Das bunte Leben eines einfachen Seemanns

Bestellungen

Band 20

ein Seemannsschicksal im 2. Weltkrieg

Kurt Krüger 

Matrose im 2. Weltkrieg

Soldat an der Front

Bestellungen

Band 21 :

Ein Seemannsschicksal: 

Gregor Schock

Der harte Weg zum Schiffsingenieur 

  Beginn als Reiniger auf SS "RIO MACAREO"

Bestellungen

Band 22:

Weltweite Reisen eines früheren Seemanns

als Passagier auf Fähren,

Frachtschiffen

und Oldtimern

Anregungen und Tipps für maritime Reisefans

Bestellungen

Band 23 : 

Ein Seemannsschicksal:

Jochen Müller

Geschichten aus der Backskiste

Ein ehemaliger DSR-Seemann erinnert sich

Bestellungen

Band 24 :

Ein Seemannsschicksal:

Der maritime Liedermacher 

(seine Lieder-CD kann bestellt werden)

Mario Covi: -1-

Traumtripps und Rattendampfer

Ein Schiffsfunker erzählt über das Leben auf See und im Hafen

Bestellungen

Band 25 :

Ein Seemannsschicksal:

Der maritime Liedermacher 

(seine Lieder-CD kann bestellt werden)

Mario Covi: -2-

Landgangsfieber und grobe See

Ein Schiffsfunker erzählt über das Leben auf See und im Hafen

Bestellungen

Band 26 : 

Monica Maria Mieck:

Liebe findet immer einen Weg

Mutmachgeschichten für heute

Besinnliche Kurzgeschichten

auch zum Vorlesen

Bestellungen

Band 27 : 

Monica Maria Mieck:

Verschenke kleine

Sonnenstrahlen

Heitere und besinnliche Kurzgeschichten

auch zum Vorlesen

Bestellungen

Band 28 : 

Monica Maria Mieck:

Durch alle Nebel hindurch

erweiterte Neuauflage

Texte der Hoffnung

besinnliche Kurzgeschichten und lyrische Texte

ISBN 978-3-00-019762-8

  Bestellungen

Band 29

Logbuch

einer Ausbildungsreise

und andere

Seemannsschicksale

Seefahrerportraits

und Erlebnisberichte

ISBN 978-3-00-019471-9

Bestellungen

Band 30

Günter Elsässer

Schiffe, Häfen, Mädchen

Seefahrt vor 50 Jahren

Bestellungen

Band 31

Thomas Illés d.Ä.

Sonne, Brot und Wein

ANEKIs lange Reise zur Schönheit

Wohnsitz Segelboot

Reise ohne Kofferschleppen

Bestellungen

Band 33

Jörn Hinrich Laue:

Die große Hafenrundfahrt in Hamburg

reich bebildert mit vielen Informationen auch über die Speicherstadt, maritime Museen und Museumsschiffe

184 Seiten mit vielen Fotos, Schiffsrissen, Daten

ISBN 978-3-00-022046-3

Bestellungen

 

Band 34

Peter Bening:

Nimm ihm die Blumen mit

Roman einer Seemannsliebe

mit autobiographischem Hintergrund

Bestellungen

 

Band 35

Günter George

Junge, komm bald wieder...

Ein Junge aus der Seestadt Bremerhaven träumt von der großen weiten Welt

Bestellungen

Band 36

Rolf Geurink:

In den 1960er Jahren als

Seemaschinist

weltweit unterwegs

Bestellungen

Band 37

geplant:

Einige maritime Buchhandlungen in Hamburg in Hafennähe haben die "Seemannsschicksalemeistens vorrätig:

HanseNautic GmbH, Schifffahrtsbuchhandlung, ex Eckardt & Messtorff, Herrengraben 31, 20459 Hamburg,  Tel.: 040-374842-0,  www.HanseNautic.de

WEDE-Fachbuchhandlung, Hansepassage, Große Bleichen 36, Tel.: 040-343240.

Schifffahrtsbuchhandlung Wolfgang Fuchs, Rödingsmarkt 29, 20459 Hamburg, Tel: 3193542, www.hafenfuchs.de

Ansonsten auch bei Buchhandlungen in der Regel nur über mich bestellbar

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Leserreaktionen

 

 

Hans Herz: Meeresrauschen

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Da Dietrich’s Verlag seine Aktivitäten stark reduziert, werden meine Bücher mit einer von ihm vergebenen ISBN ab 2007 nicht mehr im Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB) des Buchhandels zu finden sein.  Das bedeutet nicht, dass die Bücher nicht mehr lieferbar sind.

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Leserreaktionen

Seemannsschicksale

http://www.zeitzeugenbuch.klack.org

realhomepage/seamanstory

erwähnte Schiffe E - J

erwähnte Schiffe S-Z

erwähnte Personen

erwähnte Schiffe

Leseproben und Bücher online

Lesermeinung zu Band 24:

Der Band "Traumtrips und Rattendampfer" ist ein sehr gut gelungenes Abbild der Seefahrt. Endlich hat jemand den Mut zu einer ehrlichen Darstellung, besonders "hinter den Kulissen", gefunden. Vieles kann ich nur bestätigen, einiges war auch für mich neu. Hervorzuheben und beeindruckend sind die geschilderten Hierarchieverhältnisse an Bord, das zwangsweise Zusammenleben aller Besatzungsmitglieder, die wahre Beschreibung bei Begegnungen mit der 3. Welt sowie das tabulose Darstellen aller Lebensgewohnheiten an Bord und bei Landgang. Auch ist es unbegreiflich, was Profitsucht aus einem Menschenleben machen kann! Alle Härten auf See, aber auch die Schönheiten der Welt sind vom Funker Mario Covi in ausgezeichneter Weise dargestellt. Bestimmt könnten viele ehemalige Seeleute dicke Bände schreiben, aber leider hat nicht jeder das Talent von Herrn Covi dazu. Oft verblassen auch die Erinnerungen zu schnell und so wird vieles bedauerlicherweise ungesagt bleiben. --- Nochmals vielen Dank für die interessanten Aufzeichnungen von Herrn Mario Covi und auch für die Bemühungen zum Druck von Herrn Jürgen Ruszkowski.

Peter J.

Seemannssprache

http://www.zeitzeugenbuch.klack.org

weitere Bände geplant

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Jürgen Ruszkowski,   Hobökentwiete 44